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Vitamin B12

04.12.2008, Kommentare: 0, Themen: Gesundheit

Die Versorgung des menschlichen Körpers mit Vitamin B12 sorgt für viele Diskussionen. Diese Diskussionen entstehen meist bei der Gegenüberstellung von Vegetariern und Fleischessern. Die einen behaupten dabei, dass Fleisch, hier speziell Vitamin B12, für den menschlichen Körper erforderlich ist. Die anderen behaupten, dass der Verzicht auf fleischliche oder gar tierische Produkte durch entsprechende Nahrungsmittel ausgeglichen werden kann. Was ist denn nun richtig?

Was ist Vitamin B12 eigentlich?

Das Vitamin B12 gehört zur Stoffgruppen der Cobalamine und wird in der Chemie eigentlich mit Coenzym B12 bezeichnet. Der Begriff "Vitamin B12" entspricht im bioanorganischen Bereich dem Stoff Cyanocobalamin, einem nicht aktiven vitaminischen Cobalamin. In der Ernährungsliteratur - und der Einfachheit halber auch in diesem Artikel - bezeichnen wir das, vom Körper benötigte Coenzym B12 weiterhin als Vitamin B12.

Wo entsteht Vitamin B12?

Vitamin B12 wird ausschließlich von Mikroorganismen produziert. Wer also, wie der Mensch, Vitamin B12 benötigt, ist von diesen Mikroben abhängig. Viele Pflanzenfresser haben in ihren Verdauungsorganen eine grosse Ansammlung dieser Mikroben, die bei der Verdauung der Nahrung helfen und dabei das benötigte Vitamin B12 produzieren.  Durch diesen Vorgang ist der größte Teil des Vitamin-B12-Bedarfs der Tiere gedeckt. Auch der menschliche Körper ist in der Lage, Vitamin B12 in seinem Körper zu bilden. Diese geschieht im Dickdarm, in dem sich viele dieser Mikroben aufhalten. Dort kann das Vitamin B12 jedoch nur in geringen Mengen vom Körper aufgenommen werden und wird somit größtenteils wieder ausgeschieden. Der Vitamin-B12-Bedarf kann dadurch also nicht gedeckt werden. Unser Körper kann den Großteil des Vitamin-B12-Bedarfs nur über den Ileum (Hüftdarm, Teil des Dünndarms)  aufnehmen, der vor dem Dickdarm liegt.

Wie kann der Bedarf gedeckt werden?

Die empfohlene tägliche Menge an Vitamin B12 liegt laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. bei 3µg. Dieser Wert gilt für einen gesunden Erwachsenen. Kinder benötigen weniger, Schwangere, Stillende und ältere Menschen dagegen mehr. Um diesen Bedarf zu decken stehen uns verschiedene Vitamin-B12-Quellen zur Verfügung.
Aus heutiger Sicht wird das meiste Vitamin B12 aus tierischen Produkten aufgenommen. Wer also regelmäßig Fleisch, Milch (auch Milchprodukte) oder Eier zu sich nimmt, kann seinen Bedarf ohne Probleme decken. Auch der Verzicht auf Fleisch, bei weiterem Konsum der Milchprodukte und Eier, stellt noch kein großes Problem dar. Da die heutigen Masttiere übrigens kaum noch natürlich Nahrung zu sich nehmen, wird ihnen das Vitamin B12 in Form von Ergänzungsmitteln verabreicht.
Neben den tierischen Produkten enthalten nur sehr wenige Pflanzen Vitamin B12. Sanddorn kann das Vitamin enthalten. Mikroben, die sich auf der Außenseite der Frucht befinden, produzieren es. Weiterhin ist Vitamin B12 in vielen Nahrungsmitteln enthalten, die durch Fermentation hergestellt werden. Dazu zählen beispielsweise Sauerkraut oder Bier. Tiere, die sich - wie der Gorilla - vegan ernähren beziehen ihren Vitamin-B12-Bedarf allerdings auch aus pflanzlicher Nahrung. Dies liegt daran, dass sich auf den Pflanzen in der freien Natur viele Mikroben tummeln, die bei der Nahrungsaufnahme geschluckt werden. Diese kümmern sich in den Verdauungsorganen um die Vitaminproduktion. Menschen, die sich vegan ernähren, sollten also möglichst biologisch angebautes (frei von Pestiziden), ungewaschenes Obst zu sich nehmen.
Der nächste Vitamin-B12-Lieferant sind die Nahrungsergänzungsmittel. Bei Aufnahme solcher Mittel, sollte sichergestellt sein, dass sie aktives Vitamin B12 enthalten und keine Analoga. Analoga sind Moleküle, die ähnlich aufgebaut sind, aber im Körper nicht die Funktion des Vitamins übernehmen können. Teilweise können sie sogar die Aufnahme des echten Vitamin B12 hemmen.
Wer eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B12 sicherstellen will, sollte die entsprechenden Werte im Blut regelmäßig überprüfen lassen. Meist ist dies jedoch nur bei Veganern erforderlich. Der Durchschnittswert der Bevölkerung liegt in etwa zwischen 170 und 1130 Pikogramm Cobalamin je Milliliter Blutserum (pg/ml). Bei einem Wert unter 200 pg/ml können Mangelsymptome auftreten.

Welche Folgen hat ein Vitamin-B12-Mangel?

Unser Körper benötigt Vitamin B12 für die Bildung des Blutes, für die Zellteilung und die Funktion unseres Nervensystems. Das benötigte Vitamin B12 kann unser Körper in der Leber speichern und mehrmals wiederverwenden. Dies führt dazu, dass ohne jegliche Vitamin-B12-Zufuhr, die ersten Mangelerscheinungen in der Regel erst nach zwei bis drei Jahren auftreten. Wenn es soweit kommt, ist weiterhin zu klären, ob wirklich ein Mangel des Vitamins vorliegt oder eine gehemmte Aufnahmefähigkeit (Mangel am Intrinsic-Faktor, Protein zur Verarbeitung von Vitamin B12).
Erste Anzeichen eines Mangels können Kribbeln und Kältegefühl in Händen und Füßen, Erschöpfung und Schwächegefühl, Konzentrationsstörungen und Psychosen sein. Bei längerem Mangel kann es zur perniziösen Anämie (Blutarmut) und funikulären Myelose. Letztere kann zum Ausfall der Motorik bis hin zur Querschnittlähmung führen.
Eine Überversorgung mit Vitamin-B12 hat zeigt sogar bei 1000 µg zeigte bisher keine Nebenwirkungen.

Fazit

Abschließend kann man festhalten, dass man für einen gesunden Vitamin-B12-Spiegel nicht zwingend Fleisch essen muss. Es gibt viele Tierarten und auch Menschen, die sich komplett vegan ernähren und sich bester Gesundheit erfreuen. Aufgrund der heutigen Industrialisierung der Nahrung sei Veganern allerdings dringend empfohlen, den Vitamin-B12-Spiegel im Blut regelmäßig untersuchen zu lassen. Jeder Hausarzt wird dabei sicher beratend zu Seite stehen.

Quellen:

"Reference Values for Nutrient Intake", Deutsche Gesellschaft für Erährung e.V.
"Vegane Ernährung - Geht´s auch rein pflanzlich?", Dipl. oec. troph. Stefan Weigt
"Verwendung von Vitaminen in Lebensmitteln", Bundesinstitut für Risikobewertung
http://de.wikipedia.org/wiki/Cobalamine, Wikipedia
http://www.charlys.at/ethik/b12.html, veganen Gesellschaft Österreich

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